Anycubic Photon Mono 4 Ultra Test: Einsteiger Resindrucker
Anycubic ist bekannt für günstige, aber auch innovative 3D-Drucker. Vor allem Anycubics kleine Biester sind der Geheimtipp für den Einstieg. - Mono 4 Ultra!
Erster Eindruck und Kurzinfo zum Hersteller
Obwohl Anycubic und Creality fast zeitgleich gegründet wurden, stand Anycubic jahrelang im Schatten von Creality. Doch seit circa drei Jahren überrascht Anycubic mit einem Preishammer nach dem anderen. Anycubic Taktik ist einfach: Biete mehr als die Konkurrenz und das zu einem günstigeren Preis! - Anycubic Mono 4 Ultra
Der Hersteller Anycubic ist bekannt für seine innovativen Produkte. Anycubic führte als einer der ersten Hersteller bei seinen FDM-3D-Druckern automatische Kalibrierungsfunktionen wie etwa ABL (Automatic Bed Leveling) ein. Im Jahre 2021 gelang dem Unternehmen mit dem Anycubic Photon Mono X ein Geniestreich. Der alteingesessene Hersteller Elegoo hatte Lieferengpässe und konnte die Nachfrage bei Weitem nicht abdecken. Anycubic war schneller und konnte mit dem Mono X auch noch einen 3D-Drucker anbieten, der größer, schneller und präziser als die Konkurrenz drucken kann. So konnte sich Anycubic an die Spitze der Resindrucker-Hersteller katapultieren und ist dort auch nicht mehr so einfach wegzubekommen. Stets glänzen Anycubics Resindrucker mit innovativem Zeitgeist. Die Schattenseite: In den ersten Chargen neuer Produkte können sich noch unausgereifte Baugruppen finden. Dennoch überzeugen Innovation und günstiger Preis deutsche Käufer mehr, als marginale Fehler abschrecken.
Aufbau der COB-Lichtquelle der Ultra-Variante. Die COB-Technik bietet höchste Lichtkonzentration auf kleinstem Raum. Oberhalb der Lichtquelle sitzt eine Linse, deren Krümmung perfekt an die Fläche des Monoscreens angepasst ist, um einen möglichst gleichmäßigen Lichtauftrag sicherzustellen. Die drei Platten oberhalb sind ein Sicherheitsglas für höhere Stabilität, Fresnelplatte und Monoscreen. Die Fresnelplatte hat eine geriffelte Oberfläche, um das Licht besser und somit einheitlicher zustreuen.
Kerndaten und Vergleich zum Vorgängermodell
Seit Jahren ist Anycubics kleine Mono-Serie die erste Wahl für viele Einsteiger. Warum? Ganz einfach, Anycubic bringt jedes Jahr ein neues weiterentwickeltes Modell auf dem Markt, doch ermöglicht weiterhin einen günstigen Preis Bei 3DHeaven wurden schon zwei Vorgängermodelle Mono 2 und Mono 4k (vergriffen) ausführlich getestet. Alle drei Resindrucker zeichnen einen kleinen Bauraum, hohe Druckauflösung und stets einen Preis zwischen 150 und 200 Euro aus.Das neueste Modell Anycubic Photon Mono 4 ist in einer Standard- und in der Ultra-Variante erhältlich. Im Vergleich zum Basismodell bietet der Mono 4 Ultra eine leistungsstärkere Lichtquelle, kabellose Datenübertragung und einen größeren Touchscreen. Die im Ultra eingesetzte COB-Lichtquelle mit Fresnel-Linse sorgt für höhere Belichtungsintensität (3000 µW/cm² vs. 3500 µW/cm²) und gleichmäßigeren Lichtauftrag. Das führt bei detailreichen Modellen wie Reliefs zu besserer Oberflächengüte und schnellerem Druck. Zudem punktet die Ultra-Version mit mehr Nutzerkomfort: Wi-Fi-Unterstützung für kabellose Datenübertragung und ein neu gestaltetes User-Interface auf einem größeren Touchscreen (2,8 vs. 4,3 Zoll) sind exklusive Features der Ultra-Variante Das Photon-Portfolio von Anycubic umfasst drei verschiedene Bauraumgrößen im Bereich der SLA-Drucker. Der hier vorgestellte Anycubic Photon Mono 4 Ultra ist das kompakteste Modell. Als mittlere Variante gilt der Anycubic Photon M7 Pro (Testbericht), während der Anycubic Photon M7 Max (Testbericht) den XXL-Großraum-Drucker der Serie bildet.
Maximaler Bauraum: 153 × 87 × 165 mmMaximaler Druckgeschwindigkeit: 70 mm/hDruckauflösung xy-Auflösung: 17 µmLichtquelle: COB-Lichtquelle mit 3500 µW/cm² (Ultra-Modell)Zusätzliche Ausstattung: USB-Slot für Luftfilter (optional)
Hardware
Die kleinen Biester Anycubic Mono 4 und Anycubic Mono 4 Ultra bestechen durch ein schlichtes Design mit praktischem Anwendungscharakter. Rahmenaufbau, Führungen und Mechanik sind identisch zum Vorgängermodell. So finden sich im Vergleich keine großen Unterschiede: Zwei Lineargleitlagerschienen und eine Trapezgewindestange übernehmen die Hubbewegungen. Neu ist der Druckplattensensor, der seit der Mono-4-Serie direkt an der Druckplatte sitzt, sowie der höherauflösende LCD-Monoscreen. Viele kleine Details fallen nur den wenigsten auf.Die transparente Abdeckung soll vor UV-Strahlung schützen und gleichzeitig entstehende Gerüche im Zaum halten. Wer schon mit Vorgängerserien gearbeitet hat, erkennt weitere Unterschiede: Seit dem Mono 2 besteht das Gehäuse aus robustem Polyethylen-Kunststoff. Dieses Material ist schlagfester und widerstandsfähiger gegenüber Lösemitteln als PMMA (Plexiglas). Das bedeutet: einfacher zu reinigen, da PMMA mit PU-Resin reagiert und Rückstände hinterlässt, während PE unbeeindruckt bleibt.
Ein großes Upgrade findet sich bei der Lichttechnik, exklusiv beim Anycubic Mono 4 Ultra. Statt einer Lichtmatrix kommt hier eine COB-Lichtquelle zum Einsatz. Vorteile: direkte Luftkühlung durch die kompakte Bauweise und ein gleichmäßigerer Lichtauftrag. COB-Technik gilt als schonender für den Monoscreen, da die Abwärme besser abgeführt wird. Merkt man den Unterschied? Ja und Nein. Bei etwa 90 % aller Modelle fällt er nicht auf. Doch bei Reliefs wie etwa einer Mondoberfläche können bei Lichtmatrixquellen Lichtkegelmuster sichtbar werden. Für bemalte Modelle ist das irrelevant, bei Kunstprojekten mit feinen Strukturen lohnt sich die COB-Technik. Zweiter großer Unterschied zwischen Mono 4 und Mono 4 Ultra sind der größere Touchscreen mit modernem User-Interface und die Wi-Fi-Anbindung. Für Anwender im Dauereinsatz sind diese Features von großem Wert. Wer zwischen Anycubic Mono 4 Ultra und Mono 4 Standard schwankt, sollte überlegen: Nur ein erster Einstieg in Resin-3D-Drucker? Dann reicht die Standardvariante. Für langfristige Projekte ist die Ultra-Variante im direkten Resin-3D-Drucker Vergleich die bessere Investition.
Software
Bei der Software hat sich im Hause Anycubic einiges getan. Der Hersteller hat viel Zeit und Geld in seinen eigenen Anycubic Slicer investiert. Ein Slicer ist notwendig, um 3D-Modelle wie STL- oder OBJ-Dateien für den 3D-Druckprozess aufzubereiten. Die aktuelle Version präsentiert sich deutlich ausgereifter: komplex, aber dennoch übersichtlich in der Benutzeroberfläche. Alle Funktionen sind klar strukturiert, mit Bildern und Pop-up-Kurzerklärungen versehen, sodass sich auch Einsteiger im 3D-Druck schnell zurechtfinden. Die kabellose Datenübertragung über Wi-Fi funktioniert in Verbindung mit dem Anycubic-Slicer zuverlässig und stabil. Verbesserungspotenzial besteht noch bei der Mac-Version, die im Vergleich zur Windows-Version aktuell etwas weniger umfangreich ausgestattet ist.
Druckqualität
Der Photon Mono 4 eignet sich durch seine hohe Druckauflösung mit einer xy-Pixel-Auflösung von 17 x 17 Micron (0,017 x 0,017 mm) für alle möglichen Miniaturen und Modelle. Er ist perfekt für Tabletop-Gaming oder Schmuckdesign. Wenn es seine Größe hergibt, können damit auch präzise Prototypen umgesetzt werden. Er ist ideal für filigrane und technische Modelle, was ihn auch Hobby- und Kunstprojekte interessant macht. Im Test wurden die klassischen, vorinstallierten 3D-Modelle von dem USB-Stick umgesetzt: Es entstanden keine Druckfehler, Glitches oder sonstige Fehler.
Fazit – Anycubic Photon Mono 4 & Mono 4 Ultra: Einstieg leicht gemacht
Anycubic kombiniert erneut modernste Technologie mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis. 10K-Druckauflösung, beschichtete Bauplatte, automatische Kalibrierung und beim Ultra-Modell sogar kabellose Datenübertragung machen die Serie zu einem idealen Einstieg in den Resin-3D-Druck. Kein Wunder, dass sich der Photon Mono 4 und der Mono 4 Ultra rasch zu beliebten Einsteiger-3D-Druckern entwickeln dürften. Wer mehr Bauraum und Komfortfunktionen möchte, sollte den Anycubic Photon Mono M7 Pro (Testbericht) in Betracht ziehen – er bietet Extras wie Resinpumpe, Heizsystem und Luftfilteranlage Für Einsteiger ist der Mono 4 die beste Wahl – gleiche Präzision, aber günstiger. Fortgeschrittene Nutzer profitieren beim Mono 4 Ultra von der bequemen Wi-Fi-Funktion und dem schnelleren Workflow. Egal welche Variante: Die Druckqualität ist für diese Preisklasse beeindruckend hoch.
Wer sich einen allgemeinen Überblick über verschiedene Druckverfahren verschaffen möchte, findet im 3D-Drucker-Ratgeber (Ratgeber) weiterführende Informationen. Wer sich bei Resindruckern noch unsicher ist, findet in der Bestenliste Resindrucker (Bestenliste) eine hilfreiche Vergleichsstruktur.